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ESSAYS


Maik Schlüter (2014)

Eye Operation

EXPLOSION: Ein Laser im Auge. Die trübe Netzhaut wird gereinigt. Aus Grau wird ein Meer an Farben, ein explosives Gemisch visueller Kaskaden. Ein optischer LSD-Trip. Tief im Hirn werden die Reize des gebündelten Lichts u einem Spektrum aller Farben, ein einziges Fließen, Schillern, Verwischen, Verschwimmen. Fokussieren unmöglich, ein Blick in die Tiefenschichten der Illusion, mechanisch erzeugt, ein Kratzen am Nervensystem, sensorische Spitzen, stimuliert bis zur Klimax. Das alles ist in mir, kein Bild, keine Fläche, ein Volumen, das wabert. Abstraktion jenseits der Begriffe. ... weiterlesen


Peter Funken (2013)

Malerei der Schönheit und des Widerstandes

In der Verbindung alter und neuer Ausdrucksformen entsteht damit ein Bild immanenter Kommentar zur aktuellen Situation unserer visuellen Kommunikation, ..., wie dann ebenfalls zur gesellschaftlichen Verfassung, die im Bild immer weniger Meditationsanlass erkennt, sondern stattdessen im Gewirr von Zeichen, Images und filmischen Szenen die Orientierung verliert. Von daher erleben wir heute einen Bildverlust, und erst dieser macht Kristina Girkes konsequente Zerstörung von Bildoberflächen verständlich und einleuchtend. Es mag paradox klingen, doch mit der Destruktion beginnt ihr Versuch zum Neubeginn oder wie die Künstlerin sagt, zu einer Heilung. Mit dem Eliminieren des Bildgegenstandes entzieht sie den Betrachtern wie sich selbst das ursprüngliche Bild, sie macht Tabula rasa und bezeichnet zugleich einen Startpunkt oder Anfang, deren Ursprünge in Unordnung und Chaos liegen. ... weiterlesen


Christoph Tannert (2011)

Das Labyrinthische durchleben

Die Amorphität der Bildoberfläche tritt dabei als eine gegen traditionelles Formverständnis gerichtete ... Setzung in Erscheinung. Es ist dieses besonders produktive Verhältnis zwischen der körperhaft sprechenden Dimension der Malhaut, die auch haptisch erfahrbar ist, und dem Zerebral-Intellektuellen, das die besondere Erfahrungskategorie der Werke von Kristina Girke ausmacht. ...


Jürgen Schilling (2009)

Zum „siebenten Ornament“ – Malerei von Kristina Girke

Ohne die Figuration aus dem Auge zu verlieren, sondiert die Künstlerin zunehmend die Chancen, welche die Einbeziehung surrealer und abstrahierender Tendenzen bis hin zur Op-Art ihrer Malerei in Hinblick auf die Inszenierung der Mehrdeutigkeit transitorischer Vorgänge und Zeitstrukturen bietet. Indem sie ihre Sprache bereichert, nimmt sie Francis Picabia beim Wort, von dem die Aussage überliefert ist, man müsse „Nomade sein, durch die Ideen ziehen, wie man durch Länder und Städte zieht.“ weiterlesen


Annette Pfnorr (2006)

Kulturschäden

Der Blick auf Kristina Girkes Bilder verharrt selten an einer Stelle, sondern er ist fast immer auf der Suche. Ähnlich dem Verhalten eines rastlos Reisenden, der weiß, dass er immer noch nicht alles gesehen und begriffen hat und stetig weiter drängt. weiterlesen


Jürgen Schilling (2004)

Zu Bildern von Kristina Girke

So begreift Kristina Girke Landschaft visionär, als Schauplatz von Mythen, allerdings unbelastet von jeglicher ideologischen Verklärung oder pathetisch ergriffenen Attitüde jener Epoche. ... Künstler wie sie [Jacob Philipp Hackert und Joseph Anton Koch], die den Wasserfall als Symbol nicht nur des Lebens zwischen Quelle und ungewissem Ende, sondern auch des Freiheitlichen und Dynamisch-Urtümlichen entdeckten, begriffen das Wasser als wesentliches Element des Naturlebens ... weiterlesen


Roberto Valcárcel, Santa Cruz, Bolivien (1998)

Selbstbildnisse der Seele

Mir erscheint es derart paradox (fast schon amüsant),

dass ein Land wie Deutschland,

welches fast sprichwörtlich als rational, verkopft, kalt und wenig gefühlsbetont gilt,

genau die Wiege der Künstler ist,

deren Werk oft instinktiv, emotional, irrational,

m.a.g.i.s.c.h. wirkt.